15.12.2021 | Flensburg-Kiel-Lübeck | Aktuelles Mieterstrom in Bürgerhand

Strompreisbremse mit Solarstrom vom eigenen Dach

Die Mieter*innen eines Mehrfamilienhauses in der Danewerkstraße in Kiel beziehen seit diesem Monat Solarstrom vom eigenen Dach und senken ihre Wohnnebenkosten damit um ca. 13%. Während die Energiekosten überall steigen, haben sie sich damit für eine Strompreisbremse entschieden. Auf Initiative der Eigentümergemeinschaft wurde das Projekt von einem Bündnis – bestehend aus der Immobilienverwaltung von Haus & Grund Kiel, der BürgerEnergie Nord eG, der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein und der Landeshauptstadt Kiel – ermöglicht.

 

Die aus 62 Solarmodulen bestehende 22,6-kWp-Anlage produziert ca. 19.000 kWh Strom pro Jahr und spart dabei ca. 7,6 Tonnen CO2 ein. Durch den Einsatz eines innovativen Speichersystems kann der Solarstrom auch optimal in den Abendstunden genutzt werden. Dr. Thorsten Permien, Sprecher der Eigentümergemeinschaft sagt: „Wir freuen uns sehr, dass unsere Mieter*innen nun auch von dem günstigen Solarstrom profitieren können und wir auf diese Weise gemeinsam unseren Teil zum Klimaschutz beitragen können.“ Und Sönke Bergemann, Geschäftsführer von  Haus & Grund Kiel, ergänzt: „Unser Anliegen als Hausverwaltung ist es, die uns anvertrauten Immobilien nachhaltig und auch für zukünftige Generationen vermietungssicher zu entwickeln. Das Projekt zeigt, wie dies unter breiter Beteiligung vieler gesellschaftlicher Akteure gelingen kann.“

 

Dieses sogenannte Mieterstromprojekt ist das erste seiner Art in Kiel. Die Energiegenossenschaft BürgerEnergie Nord eG (BEN) ist Investor und Betreiber der Anlage. Anna Leidreiter, Vorstand der BEN sagt: „Mieter*innen können mit uns nicht nur ihre Stromrechnung senken, sondern als BEN Mitglied auch von den wirtschaftlichen Entwicklungen profitieren. Ab einem Anteil von 250,– € kann jede und jeder mitmachen. Dies ist in Zeiten von Niedrig- oder Strafzinsen nicht nur eine Alternative zum Festgeld, sondern auch eine ökologische Geldanlage für eine klimagerechte Zukunft.“

 

Mieterstrom wird – wie der Name schon sagt – von den Mietern der Liegenschaft direkt vor Ort genutzt. „Das hat den Vorteil, dass für den vor Ort erzeugten Solarstrom weder Netzentgelte noch Stromsteuer, Konzessionsabgaben oder sonstige netzbezogene Umlagen abzuführen sind“, sagt Tom Janneck von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

 

Die Stadt Kiel unterstützt dieses Projekt mit einer Förderung. Sie beabsichtigt, klimaneutral zu werden. Dafür spielt der Ausbau Erneuerbarer Energien eine entscheidende Rolle. „Um das große Potenzial der Kieler Dächer für den Klimaschutz zu nutzen, freuen wir uns darauf, mit den vielen Hausbesitzer*innen zusammen zu arbeiten“, erläutert Meike Becker, Umweltschutzamt Kiel.

 

Weitere Informationen über Mieterstrom und das Projekt finden Sie auf den Internetseite von BEN, sowie Haus & Grund Kiel. Einen ersten Eindruck, ob das Dach für die solare Nutzung geeignet ist, erhalten Hauseigentümer*innen über das Kieler Solardachkataster.